Grundlagen
So funktioniert das Regelwerk: Standard-Richtlinie, Zusatz-Richtlinien, Prioritäten und attributweise Auflösung.
Die Buchungsrichtlinien sind das Herzstück deiner Buchungsregeln. Sie werden bei jeder Buchungs-Aktion (Anlegen, Stornieren, Bearbeiten) ausgewertet und entscheiden anhand der definierten Regeln, ob die Aktion erlaubt ist und welche Limits gelten.
Standard-Richtlinie
Jeder Verein hat genau eine Standard-Richtlinie. Sie ist die Rückfallebene und liefert die Werte, wenn keine andere Richtlinie zutrifft. In der Liste erkennst du sie am Hinweis "niedrigste Priorität".
Werte, die du an der Standard-Richtlinie konfigurierst:
- Buchungsfenster (z. B. 7 bis 21 Uhr)
- Mindest- und Maximaldauer einer Buchung (z. B. 30 bis 120 Minuten)
- Vorausbuchung in Tagen (z. B. 14)
- Maximale Anzahl aktiver Buchungen pro Mitglied (z. B. 20)
- Maximale Buchungen pro Tag (z. B. 3)
- Maximale parallele Buchungen pro Mitglied (Standardwert 1)
- Stornofrist
- Slot-Intervall und Versatz
- Mitspieler-Pflicht
- Buchung benennbar
Zusatz-Richtlinien
Zusatz-Richtlinien überschreiben Werte der Standard-Richtlinie für spezifische Kontexte. Eine Zusatz-Richtlinie besteht aus zwei Teilen:
- Bedingungen: Wann greift die Richtlinie überhaupt? (z. B. "werktags 18 bis 22 Uhr, Rolle Mitglied")
- Aktionen: Welche Werte setzt sie? (z. B. "Maximaldauer = 60 Minuten")
Eine Zusatz-Richtlinie muss nicht alle Werte setzen. Du wählst pro Wert, ob du ihn überschreiben willst. Alle anderen Werte fallen weiter auf die Standard-Richtlinie zurück.
Priorität
Jede Richtlinie hat eine Priorität als Zahl. Niedrigere Zahl bedeutet höhere Priorität.
- Zusatz-Richtlinien starten bei 1, 2, 3 und so weiter.
- Die Standard-Richtlinie liegt fest auf 9999 (niedrigste Priorität).
In der Listenansicht sortierst du Zusatz-Richtlinien per Ziehen oder über die Auf- und Abwärts-Schaltflächen. Die Reihenfolge bestimmt, welche Richtlinie gewinnt, wenn mehrere für denselben Wert in Frage kommen.
Auflösung Wert für Wert
Das ist der Kern des Regelwerks und der Grund, warum sich Regeln nicht gegenseitig blockieren:
Für jeden Wert einzeln durchläuft das System alle Richtlinien in Reihenfolge der Priorität. Die erste zutreffende Richtlinie, die diesen Wert setzt, gewinnt für diesen Wert. Andere Werte werden unabhängig davon durch weitere Richtlinien aufgelöst.
Ein Beispiel: Zwei Zusatz-Richtlinien treffen für eine Buchung zu.
- Richtlinie A (Priorität 1): setzt nur die Maximaldauer auf 60 Minuten.
- Richtlinie B (Priorität 2): setzt nur "Mitspieler erforderlich" auf "ja".
- Standard-Richtlinie: setzt alle Werte (Maximaldauer 120 Minuten, "Mitspieler erforderlich" auf "nein", weitere).
Ergebnis: Die Buchung muss maximal 60 Minuten lang sein (A gewinnt) und einen Mitspieler haben (B gewinnt). Beide Vorgaben sind aktiv. Alle anderen Werte kommen von der Standard-Richtlinie.
Aktiv und deaktiviert
Jede Zusatz-Richtlinie hat einen Schalter "Aktiv" auf der Listenseite. Deaktivierte Richtlinien werden vom System ignoriert, bleiben aber gespeichert. Das ist praktisch, um saisonale Regeln über den Winter zu pausieren, ohne sie zu löschen.
Die Standard-Richtlinie lässt sich nicht deaktivieren. Sie liefert die Grundwerte und ist immer aktiv.
Eigene Kategorien sind standardmäßig gesperrt
Ein Sonderfall, den das System automatisch berücksichtigt: eigene Buchungskategorien sind zunächst nur für Administratoren verfügbar. Damit Mitglieder oder Trainer eine eigene Kategorie buchen können, muss eine Zusatz-Richtlinie sie ausdrücklich freigeben. Konkret: eine Richtlinie mit der Bedingung "Kategorie ist gleich der gewünschten Kategorie" und der Aktion "Buchung erlauben: ja".
Auf der Detailseite einer eigenen Kategorie siehst du den entsprechenden Hinweis, solange keine Freigabe-Richtlinie existiert.
Wirkungsbereich
Die Richtlinien werden ausgewertet bei:
- Anlegen einer Buchung (Web-App, Kiosk, wiederkehrende Buchungen, Mannschaftstrainings)
- Stornieren einer Buchung (für die Stornofrist und die Freigabe-Werte)
Geplant für später: Bearbeiten einer bestehenden Buchung.
Was das Regelwerk nicht steuert
Einige Prüfungen laufen außerhalb der Buchungsrichtlinien, weil sie Datenintegrität sichern und niemals umgangen werden dürfen:
- Buchungen in der Vergangenheit
- Zeitkonflikte auf demselben Platz (zwei Buchungen, gleicher Slot)
- Gesperrte Plätze (Wartung oder saisonale Sperre)
- Mitspieler müssen Mitglied im Verein sein
- Berechtigung für Mannschaftsbuchungen (Trainer oder Admin der Mannschaft)
Diese Prüfungen sind fest im System verankert und gelten ausnahmslos für jeden Nutzer, auch für Administratoren.